Title: Viele Jahre, viele Geschichten
Author: Julia Boehm
Published: 8. September 2026

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# Viele Jahre, viele Geschichten

 Veröffentlicht am 8. September 20268. September 2026 von [Julia Boehm](https://www.internatsdorf.de/blog/author/julia-boehm/)

## Unsere Dienstjubilare erzählen aus ihren Erinnerungen

**Ute Gehring**, 25 Jahre in Haubinda

![Laechelnde blonde Frau in gebluemter Bluse vor bunter Pinnwand](https://www.internatsdorf.
de/wp-content/uploads/sites/11088/2026/09/DSC_9089-1024x683.jpg)

Frau Gehrings Wirkungskreis ist die Grundschule: Häufig hört man sie, bevor man 
sie sieht. Damit ist aber mitnichten ihre Stimme gemeint, sondern die Klänge des**
Akkordeons**, das so manchen Unterricht bei ihr begleitet. Auch ihre Anfänge sind
musikalisch: _„Ganz zu Beginn habe ich bei einer Musikschule gearbeitet und dann
erfahren, dass hier in Haubinda eine neue Grundschule gebaut wird. Ich bin hergefahren,
habe das Gebäude entstehen sehen und mich sofort in die Anlage und den Wald verliebt.“
_Seit **25 Jahren** ist sie nun bei uns tätig und das mit Herzblut.

> „Es ist nach wie vor so toll, dass man den ganzen Tag mit den Kleinen arbeiten
> kann. Nicht, man hat sie hier eine Stunde und da eine Stunde und gibt sie wieder
> ab, sondern begleitet sie den gesamten Schultag.“

Auch die Arbeitsumgebung, dass zwischen den Klassenzimmern der Grundschule Küchen
vorhanden sind, oder einem als Lehrkraft die Unterrichtsformen sehr frei gelassen
werden, schätzt sie sehr. _„Und vor allem: der Blick aus dem Fenster, hinein in 
den **Wald**, das ist jeden Tag so schön!“_, schwärmt sie im Interview.

> „Besonders freue ich mich, wenn meine ehemals kleinen Grundschüler als große Erwachsene
> wieder zum Schulfest kommen.“

![Eine Gruppe von Kindern singt mit freundlicher Miene auf einer Holztreppe neben
einer Frau in grün weißer Kleidung, die ein Akkordeon spielt](https://www.internatsdorf.
de/wp-content/uploads/sites/11088/2026/05/DSC_7206-683x1024.jpg)

Einen Fun-Fact gibt es auch noch über sie. Wahrscheinlich kennt jeder unser **Melodika-
Ensemble** in der Grundschule. Aber wussten Sie, dass das ursprünglich Flöten waren?
Nur leider brummte Frau Gehring regelmäßig der Kopf und die Ohren sausten nach dem
Flötenunterricht, sodass es die akustisch deutlich angenehmeren Melodikas die schrillen
Flöten ersetzten. Dem Ergebnis vom Duett zwischen Akkordeon und Melodika / Chor 
kann zu verschiedenen Anlässen gelauscht werden – zu Festen oder unserem Kunstwettbewerb.
Ganz bestimmt werden wir noch viele Musikeinlagen von Frau Gehring genießen dürfen!

![Aelterer Mann mit grauem Bart und runder Brille laechelt leicht](https://www.internatsdorf.
de/wp-content/uploads/sites/11088/2026/09/Stefan-1024x834.jpg)

**Stefan Müller**, 30 Jahre in Haubinda

> _„Wie ich nach Haubinda gekommen bin? Ja, eigentlich wollte ich mit meiner Familie
> ein Baby-Jahr in der Nähe von Suhl machen und dann ist leider der letzte Fleischer
> im Ort gestorben und damit war nichts mehr los, also hab ich mich für halbtags
> beim Schulamt beworben.“ _

Mit solch außergewöhnlichen, spannend aufgebauten Geschichten erfreut Herr Müller
seine Schüler und Kollegen in Haubinda schon seit **30 Jahren**. Eigentlich wäre
er der Schule in Gleichamberg zugeteilt worden (deren Ortsname er zuerst für einen
Kommunikationsfehler oder Witz hielt). Da diese aber geschlossen wurde, bevor er
seinen Dienst antreten konnte, war **Haubinda** die nächste Option. _„Da habe ich
erstmal 3 verschiedene Straßenkarten durchsuchen müssen, bevor ich den Ort überhaupt
irgendwo eingezeichnet gefunden habe!“_, berichtet er über seinen Start.

Herr Müller erlebte Haubinda dann noch im Staatsdienst und wechselte 2001 zur **
Stiftung** und damit in den **Privatschulbetrieb**. Die Haubindaner Atmosphäre, 
die ihm allerlei Möglichkeiten bot seine Ideen von Rad- und Kanutouren bis hin zum
Schulstaat zu verwirklichen, war für ihn die deutlich attraktivere Perspektive. 
Das **Schülergericht** entstand als Projekt während seines Referendariats, _„… wo
man den Spagat zwischen Chef für Schüler und Lehrling für die Lehrer irgendwie wuppen
musste …“_. Mit dem Schülergericht drehte er den Spieß fürs Strafen verteilen einfach
mal um.

> „Bei der ersten Gerichtssitzung waren sogar Eltern dabei, die Angst hatten, das
> wird ein Tribunal, aber die waren danach alle ganz begeistert.“

Seit 2010 führt er zudem die **Internatsfamilie** im Torhaus, die den größeren, 
zuverlässigen Schülerinnen und Schülern vorbehalten ist, da die Räumlichkeiten sich
auf Oberstufe und Bismarckhaus verteilen. _„Es kam auch schon vor, dass jemand aus
meiner Familie weglaufen wollte. In den Wald wollte er nicht, da er dort gefressen
werden könnte und auf der Straße wär er bestimmt überfahren worden. Also hat er 
sich am Sportplatz zum Nächtigen niedergelassen und hatte dann ein Gefecht mit dem
Rasenmäherroboter. Am nächsten Tag gab es eine normale Abreise.“_, erzählt er als
Anekdote aus dem Internatsleben.

Auch im Unterricht kann es passieren, dass er mit Enthusiasmus minutenlang **Geschichte**
vor dem 1. Weltkrieg präsentiert, weil er denkt in Klasse 9 zu sein, tatsächlich
aber Klasse 8 lauscht, bei der er gerade **Sozialkunde** hätte. Wir schließen uns
den Schülern an: Bitte machen sie trotzdem weiter, Herr Müller!

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[Ein Nachmittag voll PS und Nostalgie](https://www.internatsdorf.de/blog/ein-nachmittag-voll-ps-und-nostalgie/)