Title: Wildtiere in Haubinda
Author: Julia Boehm
Published: 15. Juni 2026
Last modified: 16. Juni 2026

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# Wildtiere in Haubinda

 Veröffentlicht am 15. Juni 202616. Juni 2026 von [Julia Boehm](https://www.internatsdorf.de/blog/author/julia-boehm/)

## Was tun, wenn ich ein (vermeintlich) hilfloses Tier auf dem Gelände finde?

Das Internatsdorf Haubinda liegt nicht nur idyllisch eingeschlossen von Feldern 
und Wäldern, sondern ist auch das Zuhause zahlreicher Tierarten. Nicht selten begegnen
die Schülerinnen und Schüler ihren „WG-Mitbewohnern“ auf den täglichen Wegen über
das Gelände. **Kröten**, die nach den ersten warmen Frühlingstagen in Scharen zum
Laichgewässer wandern, **Molche**, die die offene Kellertür mit einer Einladung 
verwechseln, oder **Hornissen**, die es sich rund um die Obstbäume gemütlich machen
und gelegentlich ein offenes Fenster passieren, sind nur wenige Beispiele für die
reichhaltige Artenvielfalt rund um die Hermann-Lietz-Schule Haubinda.

Manchmal wird das Aufeinandertreffen mit der Fauna ein Notfall: Der Vogel im Katzenmaul,
das Jungtier ganz alleine in der Wiese. Die Lage richtig einzuschätzen und korrekt
zu handeln ist in diesen Fällen sehr wichtig.

### Praxisbeispiele aus dem laufenden Schuljahr

Zunächst ein **Kernbeißer-Jungtier**. Der Kernbeißer ist ein markanter Vogel, der
durch seinen kräftigen Schnabel gut erkennbar ist. Hier saß ein Jungtier in der 
Hecke und fiel durch schlappes Verhalten auf. Was tun? Bei Vogelküken ist es wichtig
zu wissen, dass sie Entwicklungsphasen durchlaufen. Zunächst sind sie Nestlinge 
und werden im Nest von den Eltern versorgt. Beim Verlassen des Nestes werden sie
zu Ästlingen, die meist auf dem Boden oder in Hecken sitzen. In diesem Stadium werden
die Jungvögel trotzdem von den Eltern außerhalb des Nestes weiter versorgt. Hier
gilt es anhand der Gefieder-Entwicklung einzuschätzen, ob Eingreifen notwendig ist.
Hilflose Nestlinge (nackt oder nur zarte Federn) brauchen fachkundige Hände, wenn
man sie nicht zurück ins Nest setzen kann. Ästlinge (ausgebildete Federn, nur noch
leichter Flaum, flugunfähig) nur dann, wenn die Elterntiere nicht mehr kommen. Der
Ästling-Kernbeißer war dehydriert und wurde nicht von Eltern versorgt, daher ging
er zur Auffangstation.

[⌊Schlafender brauner Jungvogel am Boden zwischen grünen Blättern im Schatten⌉⌊Schlafender
brauner Jungvogel am Boden zwischen grünen Blättern im Schatten⌉[

[⌊Kleiner brauner Vogel mit ängstlichem Blick im weißen Eimer neben blauem Tuch⌉⌊
Kleiner brauner Vogel mit ängstlichem Blick im weißen Eimer neben blauem Tuch⌉[

Ein **Hasen-Baby** lag tief geduckt auf dem Sportplatz. Leider wurde es angefasst
und trotz abreiben mit Gras und langer Beobachtungszeit aus der Ferne kam die Mutter
nicht mehr zurück. Normalerweise legen Hasenmütter ihre Jungen an einem sicheren
Ort ab. Diese ducken sich dort und verhalten sich unauffällig, sind zudem durch 
die Fellfarbe top getarnt, bis die Mutter zurückkehrt. Das Hasenbaby kam daher in
fachkundige Hände. Dort wurde festgestellt, dass es tatsächlich erst knapp 3 Tage
alt war. Bei Feldhasen ist es typisch, dass die Tiere schnell nach der Geburt Fell
bekommen (im Gegensatz zu Kaninchen). Hier wäre es richtig gewesen, das **Tier nicht
anzufassen** und aus der Entfernung zu beobachten. Dasselbe würde übrigens auch 
bei **Rehkitzen** gelten, bei denen die Mamas ähnlich handeln!

[⌊Brauner Hase mit wachsamem Blick liegt getarnt im trockenen Gras⌉⌊Brauner Hase
mit wachsamem Blick liegt getarnt im trockenen Gras⌉[

Ein weiterer Notfall: eine völlig verklebte **Fledermaus**. Vor dem Haupthaus fanden
Schüler ein Häufchen Elend, das sich als Fledermaus entpuppte, die wohl eine Begegnung
mit einem Fliegenfänger hatte. Fledermäuse sind nicht nur geschützte Tiere, sondern
an vielen Orten selten geworden. Mit einem Pinsel gab Umweltpädagogin Dana Thumser
dem Tier einige Tropfen Wasser. Dieses Tier war offensichtlich in Not und konnte
an eine spezialisierte Päppelstelle verbracht werden.

Zuletzt: ein junges **Eichhörnchen**. Auch hier gilt normalerweise – nicht anfassen!
Bei Eichhörnchen merkt man jedoch schnell, ob sie Hilfe benötigen. Wenn ein Jungtier
bereits lange ohne Hilfe ausharren musste, suchen sie von selbst die Nähe zum Menschen,
gehen auf sie zu, quietschen und beginnen an den Beinen hochzuklettern. Das ist 
ein Zeichen dafür, dass sie dringend versorgt werden müssen (und nicht eine vermeintliche
Tollwut!). Auch dieser flauschige Gast konnte zu einer Wildtierpflege gebracht werden.

### Generelle Verhaltensregeln in Haubinda und Tipps:

 * **Wildtiere nie mit der Hand anfassen!**
    - Wenn es unbedingt notwendig ist, dicke Handschuhe verwenden

 * **Einige Zeit aus sicherer Entfernung beobachten**
    - Eltern kommen, ja/nein?
    - Verletzung?
 * **Wenn „nein“ oder offensichtliche Verletzung: Hilfe suchen**
    - während der Schulzeit: kontaktiere Frau Thumser!
    - außerhalb der Dienstzeiten: bei Tierärzten anrufen und nachfragen, manchmal
      übernehmen sie Wildtierversorgung oder können zumindest weiterhelfen
    - Apps (z.B. Wildtier SOS), Websites (z.B. Wildtierschutz, NABU, LBV…), örtliche
      Tierschutzvereine (Coburg, Hildburghausen) und Facebook-Gruppen nutzen, um
      die richtigen Leute zu finden – das kann viel Aufwand bedeuten!
    - **Kein Wasser / Nahrung geben**, das fachkundigen Händen überlassen
    - Bekannte Pflegestellen in der Umgebung:
       * (Sing-)Vögel: Weidach, oder nachfragen bei NABU oder LBV, wo die nächste
         freie Pflegestation ist
       * Eulen / Raubvögel: Neunershof, oder nachfragen bei NABU oder LBV, wo die
         nächste freie Pflegestation ist
       * Fledermäuse: Ahorn bei Coburg, Fr. Papadopoulus
       * Eichhörnchen: Meldung an Tierheim Coburg -> Eichhörnchen-Shuttle nach Bamberg

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[Haubindaner Basketballer zu Gast in der Klosterschule Roßleben](https://www.internatsdorf.de/blog/haubindaner-basketballer-zu-gast-in-der-klosterschule-rossleben/)

[„Komm mit, lauf weg“ wegen Hitze abgesagt](https://www.internatsdorf.de/blog/komm-mit-lauf-weg-wegen-hitze-abgesagt/)