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Mit einer emotionalen Festrede stimmte die ehemalige Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Haubindaner Festgemeinde auf den Geburtstag des Schulgründers ein. „Die Landschaft prägt den Charakter eines Kindes“ so Lieberknecht in ihren Ausführungen nicht nur über die Vision des Reformpädagogen sondern auch die Realisierung in den vergangenen 25 Jahren. Denn nicht nur der Geburtstag wurde gefeiert, sondern auch die 25. Wiederkehr der Neueröffnung des Internats in Haubinda.

Der Stiftungsvorsitzende Ernst-Friedrich Kellner dankte in seiner Ansprache insbesondere auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz im Sinne der Lietzschen Pädagogik. Der ehemalige Vorsitzende Jan Rüggeberg rundete die Festveranstaltung am sonnigen Samstag in der Turnhalle mit einem Rückblick auf die Jahre in Haubinda nach der Wende ab. Er betonte den schwierigen Prozess des Übergangs in die Stiftungsverantwortung. Die verschiedenen Sichtweisen der beteiligten Menschen kamen in der gefühlvollen Rede der Schulkanzlerin Sophie Reichert und des Elternvertreters Hubertus Dippold zum Tragen. Jeder einzelne Mensch, der in Haubinda lebt und arbeitet hat seine eigene Geschichte, die oftmals mit einem „Hier ist alles anders“ verbunden ist, so Reichert.

Thomas Müller als Landrat freute sich, dass diese Schule zu seinem Landkreis gehört und dass er ihr immer wieder einen Besuch abstatten darf. Die Hürden der Bürokratie kann er oftmals mit dem Leiter Burkhard Werner gut überwinden, so dass es auch in diesem Jahr kein Problem sein sollte, die endgültige Baugenehmigung für den neuen Sportplatz zu erhalten. Ulf Neundorf als Bürgermeister der Gemeinde Westhausen stellte sich die Frage, wie Dr. Hermann Lietz damals diesen wunderschönen Ort Haubinda gefunden hat. „Würde man heute nach dem ruhigsten und schönsten Ort Deutschlands suchen, Siri würde selbstverständlich Haubinda antworten.“ So Neundorf in seinem Grußwort. Die Vorsitzenden des Fördervereins, Hans Reizlein, und des Altbürgervereins Georg Schweizer lobten die Zusammenarbeit und die Spendenbereitschaft, so dass viele kleine Projekte unterstützt werden konnten. Umrahmt wurden diese kurzweiligen Grußworte und Reden durch musikalische Beiträge der Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 13, bevor es dann zu den Baggern auf dem Sportplatz ging, damit Christine Lieberknecht und Ernst-Friedrich Kellner eine „Bodenprobe“ für die geplante Umgestaltung nehmen konnten.

Während der Festveranstaltung wuselten viele Heinzelmännchen auf dem Schulgelände um weitere Geburtstagsgäste in Empfang zu nehmen. Rund 2300 Besucher aus nah und fern fanden den Weg nach Haubinda, um sich nicht nur die beiden Konzerte in der Grundschule und des Jugendchors in der Turnhalle anzuhören, sondern um zu sehen, was sich in Haubinda verändert hat. Besonders erfreulich war, dass sehr viele ehemalige Schüler das Gelände inspizierten. „Ich war seit 12 Jahren nicht mehr hier.“  So berichtet ein ehemaliger Schüler, dass er nun seinen Weg gefunden hat, und dass Haubinda ihn hierbei sehr geprägt und unterstützt hat.

Zwischen Backhaus und neu eingeweihtem Dorfladen, vor der Scheune und rund um die Schulgebäude tummelten sich bis spät in den Abend die Festbesucher. Informationen über das Auslandsjahr, über Gebärdensprache, die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen Kalkuttahilfe und burundikids sorgten für Abwechslung. Das internationale Flair des Internatsdorfes wurde in der Scheune deutlich, in der es Leckereien aus 12 verschiedenen Ländern zu genießen gab. Das Schmunzeln des Schulleiters, das Ulf Neundorf in seinem Grußwort betonte, blieb bis zum Abend bestehen, denn dieser Geburtstag und das Jubiläum des Internats waren ein voller Erfolg, der zeigte, dass Haubinda nicht nur feiern kann, sondern dass der Schulgründer 1901 einen wichtigen Grundstein im Heldburger Unterland legte, der viele Schülergenerationen in ihrem Leben beeinflusste.

 

Die Mediengilde Haubinda hat Augenblicke des Schulfests in einem kurzen Video zusammengefasst:

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